Allgemeine Bemerkungen

So unterschiedlich wie die auf dem Bausektor eingesetzten mineralischen und nichtminera – lischen Baustoffe (s. Кар. 8-10), so unterschiedlich sind die Baureststoffe (Bauabfalle), die am Ende der Nutzungsphase von Bauwerken, von StraBen usw. anfallen. Baureststoffe stellen im Hinblick auf das Gesamt-Abfallaufkommen in der BRD (2002: ca. 381 Mio. t.) mit 241 Mio. t den groBten Anteil, nach Gewicht sind das etwa 65% und nach Volumen ca. 45…50% des Gesamtaufkommens [AB 21]. Der Anfall an Baureststoffen lag Mitte der 90er Jahre noch bei etwa 300 Mio. Tonnen. Der Rtickgang zu heute wird auf eine absinkende Bautatigkeit zurtickgefuhrt. Der durch Recycling aufbereitete Anteil ist mit etwa 25% gleich geblieben.

Die Verwendung von Recyclingmaterialien schont nicht nur unsere Umwelt und unsere nattirlichen Ressourcen, sie hat sich auch Mitte der 90er Jahre in der Gesetzgebung nieder- geschlagen. Am 07. Oktober 1996 trat das „Gesetz zur Forderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltvertraglichen Beseitigung von Abfallen (Kreislaufwirtschafts – und Abfallgesetz, KrW-/AbfG)44 in Kraft. Es regelt die Verpflichtung zur Abfallvermei – dung und zur schadlosen Abfallverwertung. Eine Beseitigung von Abfallen kommt nur dann in Betracht, wenn eine Verwertung technisch nicht moglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Das Kreislaufwirtschafts – und Abfallgesetz formuliert die eindeutige Zielhie – rarchie: Vermeiden geht vor Verwerten und Verwerten geht vor Beseitigen. Zur Schonung der Ressourcen mtissen Abfalle von vomherein vermieden bzw. minimiert werden. Unver – meidbare Abfalle sollen einer qualitativ hochwertigen Verwertung zugefuhrt werden. Nicht verwertbare Abfalle sollen durch Behandlung oder Ablagerung beseitigt werden, wobei Vermeidung und Verwertung immer Prioritat vor der Beseitigung der Abfalle haben. Damit verbunden ist eine Ausweitung und Differenzierung des Abfallbegriffs in Abfalle „zur Verwertung“ und solche „zur Beseitigung“.