Bautechnisch wichtige Polykondensate

Polyamide, PA. Durch Umsetzung von Diaminen und Dicarbonsauren oder durch Poly­kondensation von Aminosauren entstehen Polyamide. Sie werden sowohl zu Textilfasem als auch zu Werkstoffen verarbeitet. Zum Beispiel fuhrt die Umsetzung von Hexamethy- lendiamin H2N-(CH2)6-NH2 mit Adipinsaure HOOC-(CH2)4-COOH zu einem Polyamid des Nylontyps (Gl. 10-18). Die Anzahl der Kohlenstoffatome der Methylenkette einschlieBlich der Saureamidgruppe (-NH-CO-) wird zur Kennzeichnung des Polyamids herangezogen. Das in Reaktion (10-18) gebildete Polykondensat tragt die Bezeichnung PA 66 {Nylon).

Подпись: I I I H

n {H2N-(CH2)6-N-Th + HOIOC-(CH2)4-cooh } (.2n 1)Нг°

(10-18)

Hf N – (CH2)6 – N – C – (CH2)4 – C – f OH H H

‘ n

Polyamide sind ziemlich harte, zahe, abriebfeste, farblose bis schwach gelbliche Thermo – plaste, deren Oberflache einen Glanz aufweist. Die homartigen Stoffe besitzen aufgrund ihres relativ hohen kristallinen Anteils keinen breiten Erweichungsbereich, sondem einen mehr oder weniger scharf ausgepragten Schmelzpunkt. Er liegt je nach PA-Sorte zwischen 185 und 255°C. Polyamide lassen sich verspinnen, gieBen, pressen und spanabhebend bear – beiten. Von Nachteil fur den Werkstoffeinsatz ist ihre Empfindlichkeit gegenuber Luftsau – erstoff bei hoheren Temperaturen (>100°C) und gegenuber UV-Strahlung. Daniber hinaus nehmen sie in Abhangigkeit von der Luftfeuchtigkeit wechselnde Mengen Wasser auf (bis zu 10%). Gegenuber Alkalien und den meisten organischen Losungsmitteln sowie Kraft – stoffen und Olen sind die PA bestandig. Von konz. Sauren und starken Oxidationsmitteln
werden sie angegriffen. Polyamide brennen mit leuchtender Flamme unter Abtropfen (Ge – ruch nach verbranntem Horn). Verwendung: Folien, Platten, Schrauben, Dtibel, Beschlage, Dichtungen, Textilfasem u. a.