Beton mit Kunststoffen

Im praktischen Sprachgebrauch werden die Begriffe Kunstharzbeton bzw. Polymerbeton mitunter als Sammelbezeichnung fur Werkstoffe aus Beton verwendet, in denen zur Ver – besserung der Verarbeitungs – und/oder Gebrauchseigenschaften das hydraulische Binde­mittel ganz oder teilweise durch Zusatzstoffe auf der Basis von Harzen, insbesondere Re – aktionsharzen, ersetzt ist. Da sich ein Kunstharzzementmortel hinsichtlich Verarbeitung und Eigenschaften grundsatzlich von einem Gemenge unterscheidet, das nur Kunststoff(e) als Bindemittel enthalt, hat es sich aus baustofftechnologischen Grunden als notwendig erwiesen, zwischen beiden Fallen klar zu unterscheiden. In der Literatur hat sich folgende Einteilung von Betonen mit Kunststoffen durchgesetzt:

Kunststoffmodifizierter Beton

Zement und Kunststoffe erfullen im Idealfall gemeinsam eine Bindemittelfunktion

Reaktionsharzbeton

Reaktionsharze sind das einzige Bindemittel

Kunststoffgetrankter Beton

Kimststoff fullt die Kapillarporen eines zement – gebundenen, bereits erharteten Betons.

Fur kunststoffmodifizierte Betone wurde die Abkiirzung PCC {Polymer Cement Concrete), fur Reaktionsharzbetone die Abk. PC {Polymer Concrete) und ftir kunststoffgetrankte Be­tone die Abk. PIC {Polymer Impregnated Concrete) eingefuhrt. Im letzteren Fall werden die Kapillarporen eines bereits erharteten Zementsteins mit unvemetztem bzw. unpolymeri – siertem Kunststoff getrankt. Nach der Trankung polymerisieren die Monomere bzw. Harz – vorstufen in den Zementporen aus. Im Folgenden soil naher auf die wichtigen Klassen der kunststoffmodifizierten Betone und die Reaktionsharzbetone eingegangen werden.