Bitumen, Teer und Asphalt

Im taglichen Leben werden Bitumen und Teer immer noch verwechselt, obwohl sie sich in ihrer chemischen Zusammensetzung grundlegend unterscheiden (Tab. 10.9). Damit werden beim Umgang mit Bitumen noch heute Gefahren gesehen, die es nachweislich nur beim Umgang mit Teeren und Pechen gibt. Das betrifft insbesondere den Gehalt an polycycli- schen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK).

Bitumen sind Bindemittel, die als Ruckstand bei der Destination von Erdol anfallen, Teere entstehen bei der thermischen Zersetzung fossiler Brennstoffe, vor allem von Steinkohle (Steinkohleteer). Peche sind Riickstande, die bei der Destination von Steinkohlenteer er- halten werden. Jahrzehntelang wurde sowohl im StraBenbau als auch im Bautenschutz Pech verwendet, jedoch als Teer bezeichnet. Im Umgangssprachgebrauch heiBt es immer noch: „Die StraBe wird geteert…“ , wenn eine Fahrbahn eine neue Asphaltschicht erhalt. Dabei werden Asphalte seit den 80er Jahren nicht mehr mit Teerpechen, sondem mit bitumenhal – tigen Bindemitteln produziert.

Die Begriffsverwirrung ist unter anderem dadurch entstanden, dass bis 1983 sowohl Bitu­men als auch Teer, Pech und Asphalt unter dem Oberbegriff „Bituminose Stoffe“ zusam – mengefasst wurden. Der Sammelbegriff,,bitumin6s“ wurde aufgehoben und durch den Begriff,,bitumenhaltig“ ersetzt. Damit soil eine Verwechslung von Bitumen mit der aus

Gesundheitsgrtinden nicht mehr verwendeten Gruppe der Teere bzw. Peche verhindert wer – den.

Tabelle 10.9 GegenQberstellung von Bitumen und Teeren (Pechen)

Bitumen

Teere, Peche

Farbe

schwarz

schwarz

Ausgangsstoff

Erdol

Kohle

Herstellungsverfahren / ungefahre Herstellungs – temperatur

Destination / 350 -400°C

Pyrolyse / > 1000°C

Hauptbestandteile

Asphaltene und Maltene

PAK (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe)

BaP-Gehalta)

max. 5 mg/kg

ca. 5 g/kg

Phototoxische Reaktionen / Hautkrebsrisiko

nicht bekannt / nicht bekannt

Teer kann in Verbindung mit Sonnenein – strahlung Hauterkrankungen bzw. Haut – verfarbungen verursachen, teerverursachte Hautkrebserkrankungen werden als Berufkrankheit anerkannt.

a)BaP Benzo[a]pyren, aromatisches 5-Ringsystem, krebserzeugend; s. Abb. 10.6.