Bitumen – und pechhaltige Recyclingbaustoffe

Bei StraBenbelagen geht man von einer durchschnittlichen Lebensdauer von 20…30 Jahren aus. Damit fallen durch standige Emeuerung und Reparatur von StraBen groBe Mengen an Altasphalt und Frasgut an. Eine Wiederverwendung ist dringend anzustreben.

Den bei BaumaBnahmen von StraBen und Verkehrsflachen zuriick gewonnenen Asphalt bezeichnet man als Ausbauasphalt. Er kann als Frasasphalt (durch Frasen kleinstuckig gewonnen) oder als Aufbruchasphalt (durch Aufbrechen und Aufnehmen in Schollen ge – wonnen) anfallen. Die Wiederverwertung von Asphalten ist in den technischen Vorschrif – ten ZTV Asphalt-StB und ZTVT-StB geregelt.

Ausbauasphalte konnen a) entweder Bitumen oder b) Pech/Teer als Bindemittel enthalten. Dass Bitumen und Peche (Teerpeche) sich nicht nur chemisch, sondem auch in ihrer Wir – kung auf die Umwelt signifikant unterscheiden, wurde bereits in Кар. 10.3 besprochen.

Jahrlich fallen in der Bundesrepublik Deutschland etwa 15 bis 16 Mio. t Ausbauasphalt an, etwa 12 Mio. t werden wieder verwendet. Bei (Bitumen)Asphalten geht die Entwicklung in Richtung einer fast 100%igen Wiederverwendung in Asphalt-HeiBmischanlagen. Die As – phaltbefestigung wird durch Frasen und/oder Aufbrechen abgetragen und in HeiBmischan – lagen gezielt mit zusatzlichem Mischgut verarbeitet {In Plant). Dabei konnen Asphalte hoher Qualitat produziert werden.

Im „Merkblatt fur die Erhaltung von AsphaltstraBen, Teil B: Bauliche MaBnahmen-Riick – formen der Fahrbahnoberflache“ ist die Wiederverwendung von Asphalt „Vor Ort“ {In Place) geregelt. Sie kann nach 3 Verfahren erfolgen:

• Ruckformen der Fahrbahnoberflache ohne Zugabe von zusatzlichem Material (Re­shape)

• Ruckformen der Fahrbahnoberflache mit Zugabe von Material fur eine zusatzliche Beschichtung – ohne Mischen (Repave)

• Ruckformen der Fahrbahnoberflache unter Zugabe von zusatzlichem Material, Vermischen von bereits vorhandenem mit neuem Asphaltmaterial (Remix).

Bei diesen drei Verfahren ist die Moglichkeit einer Qualitatsverbesserung ziemlich be – schrankt. Das in der Praxis bevorzugte Verfahren ist das Ruckformen mit Mischgutzugabe und Mischen (Remix).

Pechhaltige Asphalte. Bis 1987 wurden im StraBenbau und bei der Bauwerksabdichtung Steinkohlenteerpeche (Peche) verwendet. Damit fallen jahrlich groBe Mengen pechhaltiger Ausbauasphalte an, fur deren Wiederverwertung aus Grunden des Umweltschutzes beson – dere Bedingungen einzuhalten sind („Merkblatt fur die Wiederverwendung pechhaltiger Ausbaustoffe im StraBenbau unter Verwendung von Bitumenemulsionen“ (1993) sowie „Merkblatt fur die Verwendung von Asphaltgranulat und pechhaltigen StraBenbaustoffen in Tragschichten mit hydraulischen Bindemitteln“ (2002)). Teere und Peche enthalten einen relativ hohen Anted an krebserzeugenden polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstof- fen und an Phenolen. Diese Substanzen konnen als Dampfe emittiert oder durch Wasser eluiert werden. Da die Emission mit steigender Temperatur zunimmt, ist die fur Ausbauas­phalte iibliche Wiederverwendung im HeiBmischverfahren (s. o.) unter okologischen und arbeitsmedizinischen Gesichtspunkten abzulehnen. Die Aufarbeitung pechhaltigen StraBen – aufbruchs sollte auf kaltem Wege erfolgen. Dazu wurden Verfahren entwickelt, bei denen pechhaltige Ausbauasphalte mit Bitumenemulsionen oder hydraulischen Bindemitteln (oder Kombinationen beider) gebunden werden. Die auf diese Weise aufbereiteten Ausbaustoffe konnen als untere Tragschichten (oberhalb der Frostschutzgrenze), als kapillarbrechende Schicht und unterhalb von bitumenhaltigen Oberbauschichten, die eine wasserdichte Abde – ckung gewahrleisten sollen, eingebaut werden [AB 22]. Der Einsatz von teerhaltigem Stra – Benaufbruch verbietet sich in wasserwirtschaftlich sensiblen Bereichen wie Grundwasser – schutz – und Uberschwemmungsgebieten.

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