Chemischer Angriff auf zementgebundene Baustoffe

Die fur die Baustoffkorrosion entscheidenden Prozesse sind im Wesentlichen chemischer Natur. Voraussetzung fur das Einsetzen der Korrosion ist die Anwesenheit von Wasser in jeglicher Form (Regen, Tau, Nebel, Luftfeuchtigkeit, Grundwasser, aufsteigende Bau – feuchtigkeit), da anorganische und organische Stoffe – gleichgultig ob fest oder gasformig – den Beton nur dann korrosiv angreifen konnen, wenn sie in wassriger Losung vorliegen. Damit kommt dem Sauren Regen – zu dessen Aciditat die Gesamtheit der saurebildenden Luftschadstoffe (S02, S03 -> H2S03 und H2S04; NOx -> HN03; HC1) beitragt – eine be – sondere Rolle zu. Gelangen Gase bzw. aggressive Salze in trockener Form mit Beton in Kontakt, gentigt bisweilen die normale Eigenfeuchtigkeit des Betons, um Zersetzungsreak – tionen einzuleiten. Die korrosiv wirkenden Stoffe konnen zu loslichen Neubildungen (lo – sender Angriff, Кар. 9.4.2.1) oder zu voluminosen, im Innem der Bausubstanz entstehen – den Neubildungen (treibender Angriff, Кар. 9.4.2.2) fuhren.

Gegeniiber einem Angriff aggressiver Medien stellt der Zementstein im Gefuge Zement – stein-Gesteinskornung-Bewehrung den schwachsten Punkt dar. Da der Zementstein sehr wesentlich die Festigkeitseigenschaften des Betons bestimmt, sind diese Schadigungen eine emsthafte Gefahr fur die Bausubstanz. Die zumeist silicatischen Zuschlagstoffe werden seltener angegriffen. Besitzt der Zementstein eine geringe Dichtigkeit und demzufolge eine hohe Porositat, bietet sich den angreifenden Medien eine grolie innere Angriffsflache. Das heiBt, es muss zunachst der w/z-Wert niedrig gehalten werden, um die Widerstandsfahig – keit des Betons zu erhohen.

Die chemischen Reaktionen, die anorganische und/oder organische Verbindungen mit dem Zementstein eingehen und die zur korrosiven Zersetzung fuhren, lassen sich in zwei grofie Gruppen einteilen: in losende und in treibende Angriffe. Beide Arten von Schadigungen unterscheiden sich in ihrem auBeren Erscheinungsbild und in ihren Auswirkungen auf die Festigkeit des Gefuges.