Chrom

8.3.5.1 Physikalisch-chemische Eigenschaften und Verwendung

Chrom ist ein silberglanzendes, kubisch-raumzentriert kristallisierendes Metall, das nur in reinem Zustand aufgrund seiner Zahigkeit dehn – und schmiedbar ist. Bereits Spuren von Verunreinigungen machen es hart und sprode. Chrom gehort zur Gruppe der hochschmel – zenden und hochsiedenden Metalle.

Wichtige physikalische Daten:

Dichte 7,19 g/cm3 (25°C), Smp. 1900°C, Sdp. 2690°C, Warmeleitfahigkeit 67 W/m-K, spe – zifische elektrische Leitfahigkeit 6,7-104 S/cm (Leitfahigkeitswerte fur 20°C).

Obwohl unedel, ist Chrom gegenuber atmospharischen Einfliissen bei Normaltemperatur bestandig. Deshalb wird es in grofiem Umfang zum Schutz anderer, reaktionsfahigerer Metalle verwendet. Ist das Chrom durch Tauchen in starke Oxidationsmittel wie konz. HN03 oder durch anodische Oxidation vorbehandelt (Passivierung), wird es selbst von verdunnten Sauren nicht angegriffen Auch kalte Salpetersaure, Konigswasser und Alkali – laugen greifen passiviertes Chrom nicht an. In seinen Verbindungen liegt Cr vorzugsweise in den Oxidationsstufen +ПІ, wie im Chrom(III)-oxid Сг2Оз, oder +VI, wie im Kalium – chromat К2СЮ4 bzw. Kaliumdichromat К2СГ2О7, vor. Zwischen den beiden letzteren Ver­bindungen besteht in Losung ein pH-abhangiges Gleichgewicht (Gl. 8-25).

2 СЮ42′ + 2 H30+ Cr2072" + 3 H20 . (8-25)

Einige Chromverbindungen besitzen als Farbpigmente praktische Bedeutung. Beispiele sind Cr203 (Chromgruri) und PbCr04 • PbO (Chromrot).

Wegen seiner Sprodigkeit spielt Chrom als Werkstoff kaum eine Rolle. Trotzdem gilt Cr als eines der wichtigsten Legierungsmetalle fur die Stahlherstellung. Bereits geringe Cr – Zusatze verbessem die mechanischen Eigenschaften des Stahls signifikant (Кар. 8.2.4). Als Uberzugsmetall wird Cr in groliem Umfang zur Erhohung der Verschleilifestigkeit von Bauteilen und Werkzeugen sowie fur dekorative Zwecke verwendet (z. B. Galvanisieren, Кар. 8.2.6.1).

Verbindungen, die Cr in der Oxidationsstufe +VI enthalten (Chromate, Dichromate) sind toxisch. Sie wirken atzend gegenuber Haut und Schleimhauten. Chromat wirkt sensibili – sierend und krebserzeugend.