Entstickung von Rauchgas

Die Verfahren zur Rauchgasentstickung sind technologisch meist mit der Entschwefelung gekoppelt. Zunachst wurde auf nichtkatalytischem Wege versucht, die Stickoxide selektiv zu reduzieren (SNCR-Verfahren, selective noncatalytic reduction). Die fur die Reduktion notige Aktivierungsenergie muss hierbei durch entsprechend hohe Temperaturen zugefuhrt werden. Als Reduktionsmittel dient vor allem Ammoniakgas, das bei Temperaturen zwi – schen 920…1080°C mit NOx zu Wasserdampf und Stickstoff reagiert (5-43, 5-44). Diese Reaktion kann auch unter Beteiligung von Luftsauerstoff ablaufen (Gl. 5-45, 5-46).

6 NO

+

4 NH3

5 N2

+

6H20

(5-43)

6N02

+

8 NH3

— 7 N2

+

12 H20

(5-44)

4 NO

+

4 NH3

+ o2

—*• 4 N2

+

6H20

(5-45)

2 N02

+

4NH3

+ 02

— 3N2

+

6H20

(5-46)

Einen befriedigenden Umsatz von NH3 mit NOx erhalt man nur bei ausreichender Verweil – zeit im angegebenen Temperaturbereich, was sich aber im technischen Betrieb meist nicht realisieren lasst. Durch den Einsatz von Katalysatoren kann die NOx-Reduktion auch bei niedrigeren Temperaturen durchgefiihrt werden (SCR-Verfahren, selective catalytic re­duction). Daruber hinaus wird der NH3-Verbrauch drastisch gesenkt. Die eingesetzten SCR-Katalysatoren enthalten vor allem Titandioxid, neben Vanadium-, Wolfram- und Molybdanverbindungen. In der Praxis ist die Entstickung des Rauchgases der Entschwefe­lung meist vorgeschaltet. Details zur Prozessfuhrung und zu moglichen Nebenreaktionen siehe [UC 2].