Erstarren – Erstarrungsstdrungen

Die Bedeutung des Sulfattragers als Erstarrungs – oder Abbinderegler wurde ausfflhrlich in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben. Zum Einsatz kommen normalerweise Calcium – sulfate CaS04 • x H20.1st der Sulfattrager nicht optimal auf die Menge und die Reaktivitat des C3A abgestimmt, treten Erstarrungsstorungen auf. Die Reaktivitat des Klinkers bzw. des C3A wird sehr stark von der Mahlfeinheit bestimmt. Locher und Mitarb. [AB 3] konn – ten zeigen, dass Zemente mit vergleichbaren СзА-Gehalten, aber unterschiedlichen Reakti – vitaten, bei Verwendung von naturlichem Anhydrit als Erstarrungsregler rasch erstarren. Wird der Anhydrit schrittweise durch Halbhydrat ersetzt, erhoht sich die erstarrungsverzo – gemde Wirkung des Sulfattragers. Sie durchlauft ein Maximum, nimmt dann jedoch wieder ab. Die Lage des Maximums hangt empfindlich von der Reaktivitat des C3A ab. Die Unter – suchungen belegen, dass der Erstarrungsbeginn stark von der Zusammensetzung des zuge – setzten Sulfattragers abhangt.

1st das Sulfatangebot zu gering, kommt es augenblicklich zur Ausbildung von Calciumalu – minathydraten. Die dunntafeligen Kristalle lagem sich im Porenraum zu einem kartenhaus – ahnlichen Gefuge zusammen. Die Verarbeitbarkeit des Zementleims verschlechtert sich („Friihes Erstarren66). 1st der Sulfattrager zu hoch eingestellt, bildet sich neben Trisulfat sekundarer Gips. Aus der ubersattigten Losung kristallisiert Dihydrat in Form von Gipsna – deln aus. Die Gipsnadeln bilden aufgrund ihrer Lange ein starres Gefuge aus und lassen den Zementleim ebenfalls erstarren („Falsches Erstarren66). Durch Nachmischen, eventu – ell auch durch Riitteln, kann die zu firtihe Erstarrung behoben werden. Nachteile fur die Endeigenschaften des Mortels entstehen dadurch nicht.