Kalksandsteine und Porenbetone

Kalksandsteine werden aus gemahlenem Branntkalk CaO und Quarzsand Si02 (Massen – verhaltnis 1 : 12) unter Zugabe geringer Mengen von Wasser zum Abloschen des Kalks hergestellt. Die abgeloschte Kalk-Sand-Masse wird nach 3…4 h zu Rohlingen verpresst und anschlieBend unter Sattdampfdruck (-16 bar) bei 160…220°C in einem Hartekessel (Au – toklaven) 4…8 h gehartet. Unter diesen hydrothermalen Bedingungen (Кар. 6.2.3.1) findet eine chemische Reaktion zwischen dem Kalk und dem durch den heiBen H20-Dampf auf – geschlossenen Siliciumdioxid statt. An der Oberflache der Sandkomchen entstehen kristal – line CSH-Phasen, die eine dauerhafte feste Verkittung der Sandkomer bewirken. Kalksand­steine sind feste Mauersteine, die nach dem Verlassen des Autoklaven und anschlieBender Abkiihlung auf der Baustelle unmittelbar verarbeitet werden konnen.

Porenbetone gehoren zu den Leichtbetonen. Sie besitzen gegenuber dem Normalbeton als Folge ihrer hohen Porositat, die 70…80 Vol.-% betragt, eine verminderte Rohdichte und damit eine geringere Masse. Mit der Verminderung der Rohdichte und der Erhohung der Porigkeit ist eine verringerte Druckfestigkeit verbunden. Porenbetone werden im Herstel- lungsstadium im flussigen Zustand mit Hilfe eines zugesetzten Gasbildners porosiert, d. h. aufgeblaht. Als Bindemittel verwendet man Branntkalk und/oder Zement in wechselnden Massenverhaltnissen. Der Zement dient der Stabilisierung des erzeugten Porengeriists so – wie der Verbesserung der Festigkeit. Als Zuschlagstoffe kommen quarzhaltige Sande oder geeignete Flugaschen zum Einsatz. Mitunter werden auch geringe Anteile an Gips oder Anhydrit beigegeben. Der Wasseranteil wird so dosiert, dass eine flieBfahige Suspension entsteht.

Als Gasbildner (Treibmittel) fungiert metallisches Aluminium, das als feinkomiges Alumi- niumpulver oder als Aluminiumpaste in die Suspension eingebracht wird und in der stark alkalischen Losung des Betons gemaB Gl. (8-17) Wasserstoff freisetzt. Die Durchmesser der erzeugten Poren liegen im Millimeterbereich mit Hochstwerten zwischen 1,5…2 mm. Dariiber hinaus befinden sich im Mortel die ublichen Poren des Zementsteins. Das in For – men gegossene und geblahte Gemisch wird hydrothermal im Autoklaven gehartet. Poren­betone eignen sich hervorragend zur warmedammenden Ausfuhrung von Mauerwerksbau.