Korrosion nichtmetallisch-anorganischer Baustoffe

9.4.1 Korrosive Medien

Wie bereits in Кар. 8.2 ausgefuhrt, ist die Korrosion nicht nur auf metallische Werkstoffe beschrankt. Dem zerstorenden Einfluss korrosiver Medien sind alle Werkstoffe ausgesetzt, die im Bauwesen Verwendung finden. Die der Baustoffkorrosion zugrunde liegenden scha – digenden Prozesse sind sehr vielgestaltig. Man unterscheidet: [8]

• chemische Einflusse anorganische bzw. organische Sauren und Basen, Salze,

Rauch – und Abgase sowie Fette und Ole

• biologische Einflusse Bakterien, Algen, Pilzbefall, Flechten und Moose.

Wahrend die aufgefuhrten Faktoren bereits einzeln eine korrosive Belastung darstellen, fuhrt ihre Kombination meist zu einer Potenzierung der Wirksamkeit und damit zu einer verstarkten bzw. vollstandigen Zerstorung des WerkstofFs. Naturlich ist die Wechselwir – kung zwischen den verschiedenen Baustoffen und den aggressiven Medien recht unter- schiedlich. Manche Baustoffe werden stark, andere wiederum gar nicht angegriffen. So rea – gieren z. B. schwache Sauren mit Kalk und Beton, mit Kunststoffen findet dagegen kaum eine Reaktion statt. Organische Losungsmittel wie die Halogenkohlenwasserstoffe losen zwar bitumenhaltige Baustoffe an, nicht aber mineralische.

Neben der Wirksamkeit chemischer und biologischer Faktoren kann es auch aufgrund rein mechanischer Prozesse zu Abtragungen und Schadigungen von Baustoffoberflachen kom – men. Zu nennen waren beispielsweise bewegte Flussigkeiten, die Feststoffteilchen enthal – ten konnen. In diesem Zusammenhang spricht man von Erosion. Wirken erodierende Me­dien gleichzeitig chemisch aggressiv, potenziert sich die Schadigung.