Korrosionsschutz

Die Schaden durch Korrosion haben wirtschaftliche Konsequenzen von nahezu giganti – schem AusmaB. Deshalb sind MaBnahmen zu ihrer Verhlitung von allergroBter Bedeutung. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kosten, die zur Erhaltung von Stahlkonstruktionen im Laufe der Zeit aufgewendet werden miissen, mitunter ein Vielfaches der urspriinglichen

Baukosten betragen. Man geht davon aus, dass in den entwickelten Industrielandem pro Jahr etwa 4% des Bruttosozialproduktes durch Korrosion verloren gehen. Dabei weisen die Gesamtkosten durch Korrosionsschaden und fur Aufwendungen zum Korrosionsschutz eine zunehmende Tendenz auf. Als exemplarische Ursachen fur diesen Anstieg sollen die zunehmende Aggressivitat der Atmosphare durch eine erhohte Schadstoffbelastung, das Auftreten neuartiger Korrosions – und Korrosionsschutzprobleme und hohere technologi – sche Anforderungen (hohe Drncke und Temperaturen) bei Industrieprozessen angefuhrt werden. Die Erarbeitung von Korrosionsschutzprojekten unter BerUcksichtigung okonomi – scher, funktioneller und bautechnischer Aspekte sowie standortspezifischer Einflusse ist heute Teil jeder Projektierungsphase fur Industrieanlagen und Bauten.

Verfahren und MaBnahmen zum Korrosionsschutz an Eisen, d. h. zur Verhinderung des Rostens bzw. Durchrostens von Eisen, werden haufig unter der Sammelbezeichnung Rost – schutz zusammengefasst.

Die Methoden und MaBnahmen zur Vermeidung von Korrosionsschaden an Werkstoffen sind auBerst vielseitig (Abb. 8.9). Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen passivem und aktivem Korrosionsschutz. Zum aktiven Korrosionsschutz gehoren Verfahren, die Korrosionserscheinungen durch den aktiven Eingriff in das System Werkstoff / angreifen – des Medium ausschalten sollen. Als Moglichkeiten ergeben sich Veranderungen am Werk­stoff, z. B. durch Legieren, durch die Verminderung der angreifenden Wirkung des korrosi – ven Mediums (Inhibitoren) und durch MaBnahmen zur Kompensation des Korrosions- stroms.

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Abb. 8.9 Methoden und MaBnahmen des aktiven und passiven Korrosionsschutzes

Der Schutz des Werkstoffs vor dem aggressiven Medium durch geeignete Deckschichten ist das Anliegen des passiven Korrosionsschutzes. Verfahren zum passiven Korrosions­schutz besitzen die volkswirtschaftlich groBere Bedeutung, da ihr Einsatz oft okonomisch sinnvoller ist als eine Veredlung des Grundwerkstoffs bzw. die Anwendung der unter – schiedlichen Verfahren des aktiven Korrosionsschutzes.

Der Begriff des passiven Korrosionsschutzes steht in keinem Zusammenhang mit der Passivitdt der Metalle.