Metallbindung

3.3.1 Eigenschaften von Metallen – Metallischer Zustand

Wahrend Nichtmetalle mitunter stark voneinander abweichende physikalisch-chemische Eigenschaften aufweisen, sind die Metalle untereinander recht ahnlich. Mit Ausnahme von Quecksilber sind alle Metalle bei Zimmertemperatur fest, obwohl ihre Schmelzpunkte ein relativ groBes Temperaturintervall uberstreichen. Quecksilber schmilzt beispielsweise be- reits bei -39°C, Wolfram erst bei +3410°C. Metalle besitzen eine verhaltnismaBig hohe Dichte und sind gute Leiter fur Warme und Elektrizitat. Daher fassen sich ihre Oberflachen im Gegensatz zu Kunststoff – oder Holzoberflachen eher kalt an. Das Metall mit der hochs – ten elektrischen Leitfahigkeit (auch: elektrisches Leitvermogen) ist Silber (к = 6,3 • КГ5 S/cm), gefolgt von Kupfer (к = 5,8 • КГ5 S/cm), Gold (к = 4,5 • 10"5 S/cm) und Aluminium (к = 3,77 • 10"5 S/cm). Metalle besitzen eine gute mechanische Festigkeit, Elastizitat und lassen sich verformen. Durch ihr hohes Lichtreflexionsvermogen weisen sie einen starken (metallischen) Glanz auf.

Metallbindung

Diese charakteristischen Eigenschaften, die den sogenannten metallischen Zustand kenn – zeichnen, finden ihre Erklarung im Kristallaufbau und den besonderen Bindungsverhaltnis – sen der metallischen Elemente. Ein metallischer Festkorper setzt sich aus einer Vielzahl unregelmaBig geformter, kleiner Kristallite zusammen, die sich beim Erstarren einer Me – tallschmelze ausbilden. Diese Kristallite (auch: Kristallkomer) stoBen, ahnlich wie die Minerale im Granit, an den Komgrenzen aneinander. Ihre Anordnung kann mit Hilfe eines angeatzten Schliffs des betreffenden Materials sichtbar gemacht werden. Innerhalb der kleinen Metallkristalle nehmen die einzelnen Bauelemente, also die Metallionen, nicht beliebige Lagen ein, sondem besetzen ganz bestimmte Positionen im Raum. Das fiihrt, wie bei Ionenkristallen, zu einem definierten Gitteraufbau (Кар. 3.5).