Metamorphe Gesteine

Metamorphe Gesteine (Umwandlungsgesteine, Metamorphite) sind durch Umwandlung von magmatischen oder Sedimentgesteinen entstanden. Durch Verschiebungen, Uberwer- fimgen oder Faltungen der Erdoberflache gelangten Magmatite und Sedimentite in den zurUckliegenden Erdformationen in tiefere Erdschichten. Hier veranderte sich unter dem Einfluss starken Drucks und hoher Temperaturen ihre Gesteinsstruktur. Die Ausgangsge – steine wurden umgewandelt (,,metamorphisiert“). Spatere Erdbewegungen forderten sie wieder zutage.

Ein charakteristisches Strukturmerkmal der Metamorphite ist ihre Schieferung. Durch Druckeinwirkung in einer bestimmten Vorzugsrichtung erfolgte eine parallele Ausrichtung von blattchenformigen Mineralen senkrecht zur Druckrichtung. Aus Graniten, Dioriten bzw. Syeniten entstanden Gneise {kristalline Schiefer aus Tongesteinen Glimmerschiefer

bzw. Phyllite und aus Kalkgesteinen wie Marmor Kalkschiefer. Die Druckfestigkeit der Gneise liegt im Bereich 160…280 N/mm2. Tonschiefer, der als Dachschiefer verwendet werden soil, muss im Verlaufe langer geologischer Zeitraume vollstandig metamorphisiert (entwassert, silicatisiert) worden sein. Er soil eine Biegezugfestigkeit von etwa 50…80 N/mm2 besitzen.

Abb. 9.1 zeigt schematisch den Verwitterungsprozess eines Erstammgsgesteins (z. B. Gra – nit). Granit besteht hauptsachlich aus den Mineralen Quarz, Feldspat und Glimmer. Im Verlaufe des Verwitterungsprozesses werden die Alkali – und Erdalkalimetallbestandteile herausgelost, wobei sich leicht losliche Alkalimetall – und schwer losliche Erdalkalimetall – verbindungen bilden. Aus letzteren entstehen Kalkstein bzw. Gips; Tone und Sande bleiben zuriick. Tone bilden mit Feinsand Lehm und mit Kalkstein Mergel. Einige ausgewahlte, aus den Verwitterungsprodukten hergestellten Baustoffe sind in Abb. 9.1 aufgefiihrt.