MS-Polymere sind mit den meisten am Markt erhaltlichen Lack – und Farbsystemen iiberstreichbar

Silanmodifizierte Polymere bilden auch die Basis fur Hochleistungsklebstoffe. Die unter- schiedlichen Eigenschaften fur die oben besprochenen Dichtstoffe einerseits und die Kleb – stoffe andererseits lassen sich durch Variation der Lange der Polymerketten und des Ver – zweigungsgrades einstellen. Die oft als ,,Silyl-Klebstoffe“ bezeichneten Produkte konnen im Hoch – und Tiefbau, in der Automobil – und der Elektronikindustrie zum Einsatz kom – men, d. h. in Feldem, in denen heute auch Epoxid – und Polyurethan-Klebstoffe verwendet werden. Es hat sich gezeigt, dass die elastischen Silyl-Klebstoffe die beiden letzteren hin- sichtlich Alterungsbestandigkeit und Haftung auf schwierig zu verklebenden Untergrunden deutlich ubertreffen.

Kombination: silanmodifizierte Polymere – Epoxidharze. Kombiniert man silylmodifi – zierte Polyether mit Epoxidharzen (Mischungsverhaltnis 2:1), erhalt man nach dem Aus – harten ein stabiles Polymersystem, das aus zwei in sich verzahnten Strukturbereichen be – steht. Die Silyl-Polyether-Matrix sorgt fiir Flexibility und Zahigkeit, wahrend die einge – schlossenen Epoxidbereiche dem ausgeharteten Polymer seine besondere Klebfestigkeit verleihen. Neben der generellen Losungsmittelfreiheit bietet dieser Klebstoff mehrere Vor – teile:

• schnelle Aushartung bei Umgebungstemperatur

• Verklebung ist liber einen weiten Temperaturbereich stabil

• exzellente Haftung auf zahlreichen Untergrundmaterialien

• Unempfindlichkeit gegen verformende Spannungen.

In den letzten Jahren hat es auf dem Gebiet der silanmodifizierten Polymere interessante Aktivitaten zur Modifizierung und Weiterentwicklung gegeben, mit dem Ziel, diese Pro­dukte fur spezielle Anwendungsbereiche,,maBzuschneidern“. So wurde z. B. die Propy- lengruppe – CH2-CH2-CH2- (propylene spacer) zwischen dem Si-Atom und der Polymer – einheit (Abb. 10.21) durch eine Methylengruppe – CH2- ersetzt (a-Silane, Wacker-Chemie GmbH Deutschland). Infolge elektronischer Effekte erhoht sich die Reaktivitat der Alko – xygruppen. Die Vemetzung bzw. das Ausharten des Polymers verlauft deutlich schneller. Inzwischen lassen sich zahlreiche Polymere durch den Einbau von Silanen feuchtigkeits – vemetzbar machen. Eine besondere Rolle spielen neben den Polyethem vor allem Acrylate, Polyester und Polyurethane.

Spachtel – oder Ausgleichsmassen (auch Spachtelkitte) sind zahplastische Beschich – tungsstoffe, denen Fullstoffe, wie z. B. Kreide, Feinstsande und Schiefermehl, und/oder Pigmente zugesetzt wurden und die zum Ausgleichen von Unebenheiten des Untergrunds bzw. zum Fullen von Rissen, Lochem und sonstigen Beschadigungen verwendet werden. Als Bindemittel kommen Alkydharze, Epoxid – oder Polyesterharze, Polyurethane, Silicone, trocknende Ole, Bitumen, Leime, aber auch Gips und Zement zum Einsatz. Der Name Spachtelmasse geht auf das noch heute ubliche Auftragen mit einem Spachtel zurtick, in­zwischen sind auch spritzfahige Spachtelmassen im Gebrauch.

Kitte. Kitte sind kalt verarbeitbare, plastische Gemische aus trocknenden Olen, Kunststof – fen oder Bitumen und Fullstoffen. Sie erharten zu festen, mehr oder weniger elastischen Massen, die evtl. auch eine gewisse Plastizitat beibehalten konnen. Man unterscheidet:

Leinolkitte. Erhartung durch Linoxidbildung und Verharzung. Vertreter sind Glaserkitt: Gemisch aus Leinol und Schlammkreide, Verwendung: Verkittung von Glas und Holz; Mennigekitt: Gemisch aus Leinol und Mennige (РЬзОД Verwendung: Verkittung von Glas und Metall bzw. Metall und Metall; z. B. Einkitten von Wasch – und Toilettenbecken, Dichten von hanfumwickelten Gas – und Wasserrohren; Mangankitt: Gemisch aus Leinol und Mn02. Verwendung: Abdichten von Gas-, Wasser – und Heizungsleitungen.

Wasserglaskitte. Erhartung durch Polykondensation der Kieselsauren, Quarzbildung. Ver­treter sind Wasserglas (Кар. 9.2.3.1): Wasserglas kittet Glas – und Steingut, ist jedoch nicht wasserbestandig; Steinkitt: Gemisch aus Wasserglas, Schlammkreide, Ziegelmehl, Zement oder Kieselgur; Mischung aus Wasserglas und Magnesia ergibt einen saurebestandigen Steinkitt; Metallkitt: Gemisch aus Wasserglas, Kreide und Zinkstaub. Die Bezeichnung Metallkitt bezieht sich auf den im Kitt enthaltenen metallischen Anteil und nicht auf das Material, zu dessen Verkittung er verwendet werden soil.

Beim Kitten muss man den Kitt generell der Eigenart des zu verkittenden Gegenstandes bzw. Materials anpassen. Von Vorteil ist stets eine chemische Verwandtschaft zwischen beiden. So haftet Wasserglas besonders gut am chemisch verwandten Glas oder an Silica – ten, da es zur Ausbildung kovalenter Bindungen kommt. Ansonsten beruht die Haftung der Kitte iiberwiegend auf der Ausbildung zwischenmolekularer Wechselwirkungskrafte.

Bitumenkitte. Zahviskose Losungen von Bitumen mit oder ohne Fullstoffen. Verwendung zum Verkitten von Rohr-, Muffen-, Dach – und Pflasterfugen.

Kautschukkitte. Gemische aus Natur – oder synthetischen Kautschuken, Bitumen und/oder trocknenden Olen sowie evtl. Fullstoffen, die vor allem ftir Abdichtungen verwendet wer­den. Kautschukkitte kombinieren die Thermoplastizitat des Bitumens mit der Gummielasti – zitat des Kautschuks.