Passiver Korrosionsschutz

Die Grundidee des passiven Korrosionsschutzes ist eine raumliche Trennung des metalli – schen Bau – oder Werkstoffes vom angreifenden Medium durch eine Schutzschicht. Diese Schicht muss porenfrei sein (und bleiben!) und gegeniiber dem korrosiven Agens eine ho – here Bestandigkeit aufweisen als der Grundwerkstoff. Entscheidend fur den Wirkungsgrad und die Lebensdauer der Schutzschicht ist eine sorgfaltige Vorbehandlung der Oberfla- che. Werden Oxidationsprodukte wie Rost und Zunder nicht entfemt, setzen sich die Kor – rosionsvorgange unter der Schutzschicht weiter fort (Unterrosten). Durch eine Vorbe­handlung sollen jedoch auch artfremde Verunreinigungen von der Metalloberflache ent­femt werden. Dazu zahlen Staub, Salzreste und Schmutz, aber auch organische Verunrei­nigungen, die von bestimmten technologischen Bearbeitungsschritten oder von Konser- vierungsmitteln, wie z. B. Fetten, Olen und Siliconen, stammen.

Im Bauwesen kommen als passive Schutzsysteme fur Stahl neben Spritzmetallschichten (Zn, Al) und Feuerverzinkungen (s. u.) insbesondere organische Beschichtungen zum Ein – satz. Eine optimale Schutzwirkung durch die Beschichtung kommt allerdings nur in di- rektem Kontakt mit einer technisch reinem Metalloberflache zum Tragen. Die Reinheit der Oberflache wird durch denn sogenannten Norm-Reinheitsgrad [KS 10] charakterisiert. Bei Beschichtungen ist der Norm-Reinheitsgrad Sa 2 Vi gefordert: Zunder, Rost und Rest – schichten sind durch Strahlen soweit zu entfemen, dass Reste auf der Stahloberflache le – diglich als leichte Schattierungen erscheinen.