Polyadditionskunststoffe (Polyaddukte)

Bei einer Polyaddition erfolgt die Bildung eines Makromolekiils durch wechsel – seitige Verkniipfung (Addition) unterschiedlicher Monomermolekiile mit je zwei charakteristischen Gruppen ohne Abspaltung von Nebenprodukten.

Wesentliche Voraussetzung fur den Ablauf einer Polyaddition ist das gleichzeitige Vorhan – densein eines Protonendonators und eines Protonenakzeptors. Eines der beiden sich ver- knupfenden Molekiile muss demnach als Bronsted-Saure und eines als Bronsted-Base fun – gieren konnen. Als Protonendonatoren kommen vor allem Diole und als Protonenakzepto – ren Diisocyanate mit reaktiven Isocyanatgruppen (0=C=N-) zur Anwendung. Die Protonen der beiden OH-Gruppen des Diols wandem jeweils zu einer Isocyanatgruppe, wobei sich das partiell positiv geladene H-Atom an das Stickstoffatom und das partiell negativ gela – dene Sauerstoffatom der Hydroxylgruppe an das Kohlenstoffatom der 0=C=N-Gruppe anlagert. Dabei wird die Jt-Bindung der N=C-Doppelbindung gelost (Additionsreaktion) und zwischen den beiden Monomerkomponenten bildet sich eine kovalente Bindung aus. Die in Gl. (10-20) dargestellte Umsetzung eines Diisocyanats mit einem Diol zu einem Polyaddukt lauft bei der Darstellung von Polyurethanen (s. u.) ab.

n { HO—CH2—CH2—OH + 0=C = N-(CH2)6-N = C=0}

Polyadditionskunststoffe (Polyaddukte) Подпись: (10-20)

Ethylenglycol 1,6-Hexandiisocyanat