Polyvinyle und abgeleitete Verbindungen

In den Vinylverbindungen CH2=CH-R ist ein H-Atom des Ethylens (Кар. 10.1.1.2) durch unterschiedliche Reste R ersetzt, z. B. R = Cl: Vinylchlorid CH2=CH-C1, R = Phenyl: Vinyl – benzol (Styrol) CH2=CH-C6H5 und R = Acetat: Vinylacetat CH2=CH-OCOCH3. Die ein- seitige Substitution eines oder beider Wasserstoffatome im Ethylen durch Atome oder Atomgruppen, die eine hohere Elektronegativitat als Kohlenstoff aufweisen, fiihrt zu einer mehr oder weniger starken Polarisierung der Doppelbindung. Damit ware eine ionische Polymerisation begiinstigt. Ein ionischer Polymerisationsmechanismus ist aber nur bei Vi – nylethem anzutreffen, bei den Vinylhalogeniden und Vinylacetaten laufen die Polymerisa – tionen dagegen radikalisch ab. Auf alle Falle bewirken die unterschiedlichen Reste R eine Aktivierung der C=C-Doppelbindung, so dass Vinylverbindungen auBerordentlich rasch polymerisieren.

4-ch2— ch4-

Подпись: • Polyvinylchlorid, PVCL n

Cl

Polyvinylchlorid ist neben Polyethylen und Polystyrol einer der am haufigsten verwendeten thermoplastischen Kunststoffe. Die Polymerisation des Vinylchlorids lauft in Gegenwart von Peroxiden als Initiatoren radikalisch ab. Im Ergebnis unterschiedlicher Polymerisati – onsverfahren (Suspensions-, Emulsions – und Massepolymerisation) fallt Polyvinylchlorid als Pulver bzw. in Form kleiner Perlen an. Um wahrend der thermischen Verarbeitung des Roh-PVC (bei etwa 160°C) die Abspaltung von HC1 zu vermeiden, werden ihm Stabilisato – ren (z. B. anorganische Schwermetallsalze, Metallseifen des Ba, Zn und Ca, Soda und Al – kaliphosphate) zugesetzt. Man unterscheidet weichmacherfreies (wnplasticized) Polyvinyl­chlorid PVC-U und weichgemachtes (plasticized) Polyvinylchlorid PVC-P. Ersteres wird als Hart-PVC und letzteres als Weich-PVC bezeichnet. Weichmacher sind der Schltissel fur die beeindruckende Vielseitigkeit des Kunststoffs PVC. Reines PVC ist ein ziemlich spro – des Material. Je mehr Weichmacher hinzugefugt wird, umso geschmeidiger wird es.