Puzzolane (P, Q)

Puzzolane sind natiirliche Stoffe mit kieselsaurehaltiger oder alumosilicatischer Zusam- mensetzung oder eine Kombination von beiden. Sie besitzen keine hydraulischen Eigen – schaften. Puzzolane erharten nach dem Anmachen mit Wasser nicht selbststandig, sondem reagieren fein gemahlen und in Gegenwart von Wasser mit Ca(OH)2 unter Bildung (zusatz – licher!) hydraulischer Erhartungsprodukte. Diese Verbindungen sind denen ahnlich, die bei der Erhartung hydraulischer Stoffe entstehen (CSH-Phasen).

Puzzolane bestehen hauptsachlich aus amorphem reaktionsfahigem Siliciumdioxid (Si02, „reaktive Kieselsaure“; Кар. 9.2.2) und aus Aluminiumoxid A1203. Der Rest entfallt auf Eisen(III)-Oxid Fe203 und andere Oxide. Der Anteil an reaktionsfahigem Si02 muss min – destens 25% betragen. Die reaktive Kieselsaure kann mit dem vom Kalk oder Zement stammenden Ca(OH)2 schwer losliche Calciumsilicathydrate und das reaktionsfahige A1203 mit dem gelosten Ca(OH)2 Calciumaluminathydrate bilden.

Der Name Puzzolan geht auf eine in der Nahe des Ortes Puteoli am Fufie des Vesuvs bei Neapel (heute: Pozzuoli) gefundene tuffhaltige Erde zuriick (Puzzolanerde). Indem die Romer diese Puzzolanerde gebranntem Kalk zusetzten, hatten sie einen hydraulischen Kalk in der Hand, der ihnen die Errichtung von Hafen – und anderen Wasserbauten ermoglichte. Puzzolane mussen sachgerecht aufgearbeitet sein, d. h. sie mussen je nach Gewinnungs – bzw. Anlieferungszustand ausgewahlt, homogenisiert, getrocknet oder warmebehandelt und zerkleinert (groBe spezifische Oberflache!) sein.

Obwohl sowohl Flugasche als auch Silicastaub ebenfalls puzzolanische Eigenschafiten aufweisen, werden sie nach DIN 197-1 in gesonderten Abschnitten (s. u.) behandelt.