Warmeleitfahigkeit und spezifische Warmekapazitat

Wasser besitzt die groBte Warmeleitfahigkeit aller Fliissigkeiten (Ausnahme: Quecksil – ber). Im Vergleich zu den Metallen wie beispielsweise Cu (394 W/m-K), A1 (230 W/m-K) und Fe (73,3 W/m-K) ist ihr Wert von 0,59 W/m-K aber eher gering (alle Werte bei 20°C). Der Wassergehalt der im Bauwesen verwendeten Warmedammstoffe sollte niedrig gehal – ten werden, da Wasser und Wasserdampf die Warmedammung verringem. Sie erhohen den Warmedurchgangskoeffizienten und emiedrigen den Warmedurchgangswiderstand insbe – sondere von polaren anorganischen Baustoffen. Die Warmeleitfahigkeit der Luft besitzt einen Wert von 0,025 W/m-K (Кар. 5.2).

Nach Ammoniak NH3 und fliissigem Wasserstoff hat Wasser die hochste Warmekapazi­tat. Wasser verbraucht eine relativ hohe Warmemenge zur Erwarmung und gibt bei Ab – kiihlung einen entsprechend hohen Betrag an Warmeenergie wieder ab. Damit ist Wasser in der Lage, groBe Warmemengen bei nur geringen Temperaturdifferenzen zu speichem und extreme Temperaturschwankungen abzupuffem. Da die Warmekapazitat eine exten­sive GroBe ist, wird die spezifische Warmekapazitat (friiher auch: spezifische Warme) an-
gegeben. Darunter versteht man die Warme, die notwendig ist, um ein Gramm eines Stof – fes umlKzu erwarmen. Die spezifische Warmekapazitat des Wassers betragt 4,18 J/g-K. Zum Vergleich: Ethanol 2,42; Polyethylen 2,3; Luft 1,01; Granit 0,80; rostfreier Stahl 0,51; Messing 0,37; alle Werte in J/g-K, bei 20°C.

Die hohe Warmekapazitat und Verdampfungsenthalpie des Wassers gilt es bei der Aus – trocknung feuchter, kalter Innen – und Fassadenwande zu beachten. Neben der erforderli – chen Warmeenergie mtissen Luftbewegungen garantiert sein (z. B. offene Fenster und Tti- ren, Luftumwalzanlagen), um ein Dampfdruckgefalle zwischen dem Wasserdampf-Partial – druck iiber der Wandoberflache und der Umgebungsluft zu gewahrleisten.