Zusammenfassung

Die bei der Zementhydratation entstehenden C-S-H-Phasen besitzen eine variable Zusam – mensetzung. Fur das Ca : Si-(Atom)Verhaltnis werden Werte zwischen 1,6 und 1,9 ange – geben, damit bewegt sich die Stochiometrie eher in Richtung des Minerals Tobermorit. Der Wassergehalt der C-S-H-Phasen liegt zwischen 20…40% [AB 9]. Eine rollchen – bzw. blattchenformige Gestalt der C-S-H-Phasen, wie sie zunachst von Richartz und Locher publiziert wurde [AB 2], konnte in neueren Untersuchungen nicht nachgewiesen werden.

Eine exakte analytische Aufklarung des chemisch-mineralogischen Aufbaus der Kristall – struktur der C-S-H-Phasen ist gegenwartig noch nicht moglich. Mittels Si-NMR-Untersu – chungen [AB 13] konnte nachgewiesen werden, dass die isolierten Si04-Tetraeder, die zu Beginn der Hydratation vorliegen, allmahlich kondensieren und sich teilweise zu Einfach – ketten verkntipfen. Diese unvollstandige Verknupfung, kombiniert mit der Einlagerung von Fremdionen in die C-S-H-Phasen und dem Auftreten von Fehlordnungen, kann als Ursache angesehen werden, dass die C-S-H-Phasen nur sehr kleine Bereiche mit einem hohen Ord – nungsgrad aufweisen, wie er fur die Identifizierung mittels Rontgenbeugung notwendig ware.

image133Abbildung 9.17b

Gefugeverdichtung durch das gerichtete Wachstum von Sau – men aus C-S-H-Phasen um die reagierenden Partikeln.

(Quelle: F. A. Finger-lnstitut fur Baustoffkunde, Bauhaus-Univer – sitat Weimar)

In morphologischer Hinsicht sind die aus (3-C2S gebildeten C-S-H-Phasen mit denen der CaS-Hydratation (s. o.) identisch.

Hydratation der Aluminat – und Aluminatferrithydrate. Die Umwandlung des C3A und

C2(A, F) in die entsprechenden Hydratphasen ist ein wesentlich komplexerer Prozess als die Hydratation der Silicate. Die Calciumaluminathydrate bilden sich am schnellsten, sie sind fiir das Erstarren des Zements verantwortlich.